Freies Herz

Anfangs so strahlend
Orange wie die Glut
Zeigt sich die Jugend so prahlend

Die Farbe verblichen
Und die Wurzeln gekappt
Ist die Unbeschwertheit gewichen

Das Herz liegt enthüllt,
unter löchriger Haut,
indessen mit Liebe gefüllt

Im Alter so frei

Möhrengrün

Eigentlich kaufe ich eher selten Karotten mit Grünzeug, da ich keine Nager zu Hause habe, die sich darüber freuen würden. Beim letzten Einkauf jedoch konnte ich an diesen Möhren nicht vorbei gehen, da sie fantastisch aussahen. Super frisch, dick, prall und mit stark duftendem Grün – welches viel zu schade zum wegwerfen war.

Zu Hause angekommen ging das Rätselraten los, was man denn nun aus dem Grün zaubern könne. Die Ratschläge auf deutschen Internetseiten sind ja immer die gleichen: Pesto! Gute Idee, es schmeckt ja auch, aber es sollte ein bisschen ausgefallener sein und nach langem hin und her kam mein Sohn auf die Idee Bratlinge daraus zu machen.

Ich muss euch im Vorfeld sagen, dass ich gar keine tollen Fotos habe. Ich hatte eigentlich gar nicht vor einen Blogbeitrag daraus zu machen, aber die Buletten waren so gut, dass ich das Rezept unbedingt für die Zukunft festhalten musste. Es hat Potential zu einem meiner Lieblingsgerichte zu werden. Die Fotos entstanden mit den Resten, die noch übrig waren und auf einem Teller drapiert wurden.

Ein Kuriosum am Rande: Die Bällchen schmeckten im Zusammenspiel mit der roten Sauce leicht nach Himbeere. Ich würde mich freuen, wenn ihr mir schreibt, ob ihr ähnliche Erfahrungen gemacht habt. Viel Spaß beim nachkochen.

Rezept:
2 alte Brötchen in Milch eingeweicht
Möhrengrün von einem Bund 
150g Hüttenkäse
1 Ei
Paniermehl 
Salz, Pfeffer
Mozzarella in kleine Würfel geschnitten

Brötchen, Möhrengrün, Hüttenkäse und Ei mit dem Pürierstab mixen. Ist der Teig noch sehr feucht noch etwas Paniermehl dazu geben und mit Salz und Pfeffer würzen. Mit feuchten Händen eine kleine Menge abnehmen, mit einem Mozzarellawürfel füllen und zu Kugeln formen (ähnlich wie Falafell). Die fertig geformte Kugel in Paniermehl rollen, da diese Paniermehlschicht für eine krosse Haut sorgt beim Braten. In heissem Fett in der Pfanne (oder Friteuse) ausbacken.

Dazu habe ich 3 verschieden Saucen gereicht und eine gemischten Salat.

Orangenjoghurtsauce:
Joghurt mit etwas Zitronensaft. Orangensaft, Orangenzesten und Salz abschmecken.

Harissajoghurtsauce:
Joghurt mit Harissa, Tomatenmark und Mayonnaise abschmecken.

Pesto aus Bärlauch und dem Grün einer Karotte:
Ein Pesto aus einer Handvoll Bärlauch, dem Karottengrün, Walnüssen, Parmesan und Walnussöl bereiten. Mit Salz abschmecken.

Exhibition in the woods

Aus einem nostalgischen Reflex heraus habe ich meine ca. 30 Jahre alten Seidenmalereien geremixed und somit in einen neuen Kontext gestellt. Ich nenne diese Reihe exibition in the woods, aber für mich ist es eine Art Friedwald, in dem die Seidenmalereien beerdigt wurden, denn sie waren einmal Teil einer Tagesdecke, die ich mal gemacht habe. Nach all den Jahren sah die Decke aber so lumpig aus, da sie schon ganz zerfetzt war und so habe ich die Malereien herausgeschnitten, um sie zu recyceln. Was ich daraus gestalte weiss ich noch nicht, aber in der Zwischenzeit leben sie in der Zwischenwelt des Waldes.

Süßkartoffelmehl

Die Süßkartoffel gehört nicht wirklich zu meinen bevorzugten Gemüsesorten, aber in meinem Beitrag Fernweh habe ich schon mal ein Rezept mit Süßkartoffeln eingestellt, welches mir ausgesprochen gut schmeckt.
http://wp12086380.server-he.de/angelblock/fernweh/

Dieses Mal berichte ich aber über meine Erfahrungen mit Süßkartoffelmehl. Ich habe eine Probepackung desselbigen mitgebracht bekommen und wusste nicht so recht, was ich damit machen sollte. Den Rezeptvorschlag auf der Packung daraus Gnocchi zu machen fand ich unattraktiv. Süßkartoffelgnocchi würde ich allenfalls aus frisch gekochten herstellen. Im Internet fand ich auch nichts Gescheites, also einfach mal experimentieren. Zuerst habe ich einen Nusskuchen gebacken und einen Teil des Mehls mit den Süßkartoffelmehl ersetzt und ich muss sagen es hat erstaunlich gut geschmeckt. Das Mehl hat allerdings einen sehr starken Eigengeschmack und verfälscht natürlich den normalen Nusskuchengeschmack.
Schon seit längerem hatte ich vor mal Doppelkekse zu backen, die mit einer Buttercreme gefüllt sind und da dachte ich mir warum nicht mit diesem Mehl. Und was dabei rausgekommen ist zeige ich euch jetzt. Für die Kekse wird eine Art Mürbeteig hergestellt und die Füllung musste kräftig im Geschmack sein, also habe ich mich für eine selbst gemachte Beerenmarmelade entschieden.

Rezept
180g Süßkartoffelmehl
60g Speisestärke
60g Puderzucker
160 – 170g Butter
Eine ausgekratzte Vanilleschote
1 Prise Salz

Alle Zutaten zu einem Mürbeteig kneten.
Dann ca 3cm große Taler formen oder ausstechen und ein Muster mit der Gabel eindrücken, damit sie auch schön aussehen. Bei 160- 170 Grad im Ofen ca 15 Minuten backen.

Füllung
65g Butter
100g Puderzucker
1 großen Esslöffel Konfitüre
1 Spritzer Zitronensaft

Alles zu einer homogenen Masse vermengen und die ausgekühlten Kekse damit füllen.

Wenn die Kekse noch frisch sind quillt die Füllung beim abbeißen seitlich raus. Deshalb ist es ratsam sie etwas stehen zu lassen oder kurz in den Kühlschrank zu stellen. Die Füllung härtet etwas aus und der Keks lässt sich besser essen. Beim nächsten Versuch würde ich jedoch die Zuckerbeigabe im Teig reduzieren, da das Mehl schon süss genug ist.

Neulich in Brüssel…

… hatte ich leider keine Zeit mehr für einen kleinen Besuch in einer dieser schönen,  feinen Konfiserien. Belgien zählt ja neben der Schweiz bekanntlich zu einer der Hochburgen in der Pralinenherstellung.  Ich schaue mir gerne diese hübschen und liebevoll gestalteten Kalorienbomben an und beim Gucken bleibt es dann auch meistens, da ich mich nicht entscheiden kann, welche dieser Köstlichkeiten ich nehmen soll.

belgische Waffeln mit Obst belegt

Diese belgischen Spezialitäten sind sicherlich für viele auch sehr reizvoll, aber ästhetisch betrachtet nicht so elegant, wie die Pralinen und kleinen Törtchen oder Petit Fours.


Ein Teil meiner Urahnen stammt aus Lüttich, vielleicht kommt meine Leidenschaft für die Chocolatierskunst ja daher, jedenfalls kann ich mich hervorragend beim Pralinen herstellen entspannen und empfinde es als sehr meditativ.

Dieses Jahr habe ich wieder viele Quitten und 8 1/2 Kilo Mispeln geschenkt bekommen und wusste erst nicht recht, was ich damit machen sollte.  Am Ende sind aus beiden Früchten auch Pralinen entstanden. Aber zuerst habe ich aus den Quitten  wie immer Saft gemacht und aus dem dabei anfallenden „Abfall“  dann Quittenbrot. (Was man mit dem Quittenbrot machen kann, kannst du dir hier anschauen: http://wp12086380.server-he.de/angelblock/in-der-weihnachtsbaeckerei/ )

Die Mispeln machen ein bißchen mehr Arbeit, aber im Nachhinein muss ich sagen lohnt sich der Aufwand. Da ich ziemlich viele Mispeln hatte, habe ich einen Großteil zu Saft verarbeitet und einen kleinen Teil des Saftes zu Gelee gekocht. Für das Mus muss die Mespilus germanica, die mancherorts auch Hundsärsche genannt werden, ganz „einfach“ nur durch ein Sieb passiert werden (man kann die ganze zerquetschte Frucht ins Sieb geben und passieren, aber sie enthält dicke Kerne, die dies erschweren. Die Mühe die Haut zu entfernen kann man sich ersparen, dass erledigt das Sieb) . Eine ziemlich matschige Angelegenheit, da die Früchte ja nach dem ersten Frost wirklich reif sind und reif heisst in diesem Fall sehr breiig. Das so gewonnene Mark ist verzehrbereit und erinnert vom Aussehen und ein bißchen auch vom Geschmack an Apfelmus. (Man kann das Mus und den Saft auch mit einem Gewürzzuckersirup verfeinern) Zu griechischem Joghurt genossen erhielt das Mispelmus einen grünen, grasigen Geschmack und in den Pralinen mit der dunklen Schokolade, deren Zubereitung ich gleich beschreibe erhielt das Mus einen Geschmack, der an Kirschen erinnerte. Sehr vielseitig also!

Für die Pralinen habe ich schlicht und einfach das Mark der Mispel in Förmchen eingefroren und dann die gefrorenen Würfel in Bonbongröße mit dunkler geschmolzener Blockschokolade überzogen. Wenn man das Konfekt noch verzieren will muss man sich beeilen, denn der eisige Inhalt lässt die Schokolade schnell stocken. Dann muss man nur noch warten, bis der Inhalt wieder aufgetaut ist, bevor man die Pralinen essen kann.

Um die Wartezeit bis zum Verzehr zu überbrücken habe ich mal wieder ein bißchen mit den Quitten-und Mispelbildern gespielt. Vielleicht tauchen die kleinen Monster, Tierchen oder Ornamente ja demnächst gemalt oder als Fotomantage in etwas abgeänderter Form in einem meiner Werke auf, denn bei diesen Bildern handeln es sich sozusagen nur um Studien.